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News

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2019/I

Mi.-Nr. 804 Neuentdeckung Druck auf gestrichener Papierseite

 

Vorder- und Rückseite der Prüfvorlage

 

Wie jetzt korrekt gesagt werden muss, ist bei der Sonderausgabe „125 Jahre Deutsche Eisenbahnen“ von 1960 fast ausschließlich die Papiersorte gewöhnliches Papier ohne jeglichen Aufstrich mit Wasserzeichen Type 3 Y zur Verwendung gekommen. Im Dezember 2018 wurde vom Prüfbüro eine Marke mit Druck auf gestrichenem Papier mit Wasserzeichen Type 3 X als „echt und einwandfrei“ geprüft. Somit ist jetzt eine zweite Papiersorte nachgewiesen. Das Druckverfahren war Offsetdruck.

 

Auf der Hettinger Auktion vom 10. Januar 2019 erreichte eine zweite Marke unter Los 1722 – parallel entdeckt und geprüft – einen Zuschlag von 550,00 Euro. Damit ist kurz nach der Entdeckung auch ein erster Handelspreis von zirka 700,00 Euro zu vermerken.

 

Wann wurde die Rohrpost in Ostberlin nach dem 2. Weltkrieg wiedereröffnet?

Die 187. JABS – FERNAUKTION offerierte am 4. August 2018 eine Reihe von Rohrpostbelegen der Ostberliner Rohrpost. Darunter war mit dem Los 2226 ein Rohrpostbeleg mit folgender Beschreibung:

 

Originalbeschreibung aus dem Auktionskatalog

 

Der Käufer des Auktionsloses legte dem Prüfbüro den Rohrpostbeleg und ein Attest von Herrn Schönherr mit der Bitte vor, ein neues Attest auszustellen. Nachfolgend wird die Vorder- und Rückseite des Briefes und das Attest von Herrn Schönherr gezeigt.

 

Vorderseite der Prüfvorlage

 

Rückseite der Prüfvorlage

 

Attest Nr. 361-1/ 02 vom 01. August 2002

 

Es ist ein Ostberliner Ortsbrief mit den Zusatzleistungen Eilboten und Rohrpost. Mit 116 Pfennig ist er portogerecht: 16 Pfennig Porto für einen Ortsbrief, Eilbotenzuschlag 80 Pfennig, 20 Pfennig Rohrpostgebühr. Die Briefmarken sind verklebt wie bei einem Wertbrief und je einzeln entwertet BERLIN NW 7 y 21.2.49. 15-. Außerdem trägt er vorderseitig einen Eilbotenstempelabdruck mit der Zahl „27“. Rückseitig ist der Stempel BERLIN NO 55 21.2.49. 16- abgeschlagen. Das beigefügte Attest weist diesen Beleg als „Ersttag der Freigabe des Ostberliner Rohrpostnetzes für den Publikumsverkehr“ aus. Es stellt sich die Frage: ist der 21.2.1949 wirklich der beschriebene Ersttag?

 

In der Fachliteratur und den Spezial-Briefmarkenkatalogen steht zur Rohrpostaufnahme in Ostberlin als Ersttag „01.3.1949 für Postkarten und Briefe bis 100 g“.

 

Nur „die Post“ ist berechtigt sowohl für die Herausgabe von Briefmarken als auch der Aufnahme von Dienstleistungen „Ersttage“ festzulegen. Dies geschieht im “Amtsblatt der Post“ und in Ausnahmefällen – in der Regel besonderen Situationen geschuldet – auch durch KS-Telegramme. Im „Amtsblatt der Hauptverwaltung Post und Fernmeldewesen“, Jahrgang 1949, 1. März 1949, Nummer 10, wird man zur „Rohrpost in (Ost)Berlin“ fündig.

 

Auszug der Titelseite des Amtsblattes

 

Auf der Titelseite in der Gliederung der Verfügungen ist zu lesen: „Nr. 33 Rohrpost in Berlin…………….. Seite 226“.

 

Wortlaut der Verfügung zur Aufnahme der Rohrpost auf Seite 226

 

Interessant ist auch die Verfügung „Nr. 34/1949. Eilzustellung“. Diese Verfügung behandelt die Aufnahme der Eilzustellung.

 

Wortlaut der Verfügung zur Aufnahme der Eilzustellung

 

In beiden Verfügungen ist zu den beschriebenen Dienstleistungen „von sofort an“ zu lesen. Entsprechend dem Ausgabezeitpunkt des Amtsblattes kann damit nur der 1. März 1949 gemeint sein. Im Attest von Herrn Schönherr ist zur Einführung des Eilbotendienstes, der ja auch am 21. 2. 1949 für den Publikumsverkehr erfolgt sein müsste, nichts zu lesen. Es ist denkbar, dass die Ostberliner Postämter „vorab“ intern von der beabsichtigten Aufnahme des Rohrpostdienstes und der Eilzustellung informiert wurden, damit sie sich darauf vorbereiten konnten.

 

Wir kennen „Vorverwendungen“ von Briefmarken. Solche Vorwendungen setzen den amtlichen Erstausgabetag aber nie außer Kraft. Eine „Voranwendung“ könnte hier mit Blick auf die Zusatzleistungen „Eilboten“ und „Rohrpost in Ostberlin“ vorliegen, was aber ebenfalls den amtlichen Ersttag 1. März 1949 nicht außer Kraft setzen würde. Entsprechende Dokumente sind dem Prüfbüro allerdings unbekannt.

 

Nicht zuletzt sind die Stempelabdrucke, die mit den postalischen Stempelgeräten abgeschlagen wurden, zu hinterfragen. In die Überprüfung wurden die Kollegen Dr. Michael Jasch, Michael Jäschke-Lantelme und Hans-Dieter Schlegel einbezogen. Es sind keine zeitgerechten Belege mit Stempelabdrucken von diesen Stempelgeräten mit der Besonderheit nach der Uhrzeit ein Bindestrich bekannt. Vom Kreisstegstempel mit Bögen BERLIN NW 7 y ist nur ein Blankoabschlag mit Datum 30.9.49. 8- registriert. Vom Stempelgerät Kreisstegstempel mit Gitterbögen BERLIN.N.O. 55 sind keine zeitgerechten Abschläge bekannt. Damit ist eine Echtheitsprüfung der Stempelabdrucke nicht möglich.

 

Eine Anfrage bei Herrn Schönherr per E- Mail mit nachfolgendem Wortlaut blieb ohne Antwort

 

 

Aus den dargelegten Gründen konnte dem Wunsch nach einem neuen Attest nicht nachgekommen werden. In der Losbeschreibung zum Los 2226 der 187. JABS- FERNAUKTION steht noch: „Sehr selten u. nur wenige Belege bekannt“. Das Prüfbüro ist interessiert, diese „wenigen Belege“ kennenzulernen. Außerdem besteht Interesse an Belegmaterial mit Stempelabdrucken von den beschriebenen Stempelgeräten mit einem Bindestrich hinter der Uhrzeit und sonstiges zeitgerechtes Belegmaterial mit Stempelabdrucken von diesen Stempelgeräten mit anderen Uhrzeiteinstellungen.

 

 

ZKD Mi.-Nr. 21 D ** Rolle 327 001 bis 328 000 ist Makulatur

Im MICHEL DEUTSCHLAND-SPEZIAL 2017 wurden die Preise der ZKD Michel-Nummern 16 bis 31 in postfrischer Erhaltung für Originale neu festgelegt. Die ZKD MiNr. 21 D stieg von 220,00 Michel-Euro auf 850,00 Michel-Euro. Dieser neue Katalogpreis beruhte auf die Registratur von bis dahin 5 bekannten Marken.

 

In der Hettinger Auktion vom 12. Januar 2017 wurden insgesamt 24 Marken aus der Rolle 327 001 bis 328 000 in postfrisch und ungebraucht angeboten. Dabei waren Rollenteile mit Rollennummern in nicht numerischer Reihenfolge, mehrere Flickstellen kurz hintereinander und Rollennummern in numerischer Reihenfolge enthalten.

 

Die Marken wurden in drei Druckgängen hergestellt. Der Eindruck der Zahlen erfolgte im 3. Druckgang. Der Druckautomat hat somit beim 3. Druckgang nicht richtig gearbeitet.

 

Die Lose 2888 und 2889 aus dieser Hettinger Auktion

 

Inzwischen sind auch auf anderen Auktionen weitere Wertstreifen aus dieser Rolle aufgetaucht. Insgesamt wird mit diesen angebotenen Streifen der ganze Tausenderbereich abgedeckt. Seit den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts werden die Rollenverwendungen erforscht. Aus der in Rede stehenden Rolle sind im Bedarf verwendete Marken nie bekannt geworden. Die geschilderten Merkmale dieser Rolle und die Umstände des Auftauchens nach 60 Jahren lässt nur einen Schluss zu: es handelt sich um eine Makulaturrolle.

 

Dem Prüfbüro lag inzwischen ein Paar mit den Nummern 327165 und 327156 zur Prüfung vor.

 

Abbildung der Prüfvorlage

 

Die Prüfvorlage wurde mit Befund als Makulatur eingestuft. Interessant ist bei diesem Paar, dass das „D“ von DDR bei der rechten Marke verzehrt gedruckt ist. Dies ist ein Hinweis darauf, dass der Druckautomat auch beim 1. Druckgang nicht korrekt arbeitete.

 

Abbildung des Befundes

 

In den Auktionsofferten wird immer der MICHEL- Katalogpreis von 850,00 Euro herangezogen. Dieser ist bei dieser Rolle jedoch nicht gerechtfertigt. Von ehemals 5 bekannten Streifen sind schlagartig über eintausend Streifen bekannt. Dies würde eine Änderung des MICHEL-Katalogpreises erzwingen. Wahrscheinlich läge dieser dann bei 20,00 bis 30,00 MICHEL-Euro. Das Prüfbüro wird der Michelredaktion folgende Lösung vorschlagen: Beim aktuellen MICHEL-Preis ein Sternchen anzubringen, was auf eine Fußnote hinweist. Die Fußnote könnte sinngemäss heißen: „Gilt nicht für Wertstreifen aus der Makulaturrolle 327 001 bis 328 000. Streifen aus dieser Rolle werten 20,00 bis 30,00 MICHEL-Euro.

 

 

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